Vergleich von Management 1.0 bis 4.0

Die Struktur und das Management von Unternehmen kann in vier Modellen unterschieden werden. Die Modelle zeigen, dass über die Zeit hinweg der Einfluss der Unternehmens-struktur weniger wird und die Menschen (gleichwohl Mitarbeitende und Kunden) in den Mittelpunkt rücken.

Das Managementmodell eines Unternehmens entspricht also der Unternehmenskultur und nicht dem Managementstil jeder Führungskraft.

Modelle Management 1.0 bis 4.0

Management 1.0

Die Rolle des Managements ist die strategische Ausrichtung als Ziel der Unternehmung und weiterführend die Koordination der Prozessschritte, Zeitliche Planung, Ressourcen und Mitarbeitende eingeschlossen.

Dieses Modell der Unternehmensstruktur ist beliebig skalierbar. Es eignet sich dadurch für Unternehmen jeder Größe, inkl. Konzerne.

Management 2.0

Man stellt fest, dass Mitarbeitende bessere Leistungen erzielen, wenn man auf verschiedene Motivationsaspekte eingeht. Neben dem extrinsischen Motivationsfaktor Gehalt kommen auch intrinsische Motivationsfaktoren ins Spiel. Diese werden u.a. in individuellen Zielen verankert, die nun eine größere Rolle in der Unternehmensstrategie einnehmen.

Management 3.0

In diesem Modell hat das Management als Hauptaufgabe, sich darum zu kümmern, dass ihre Mitarbeitenden in einem Umfeld arbeiten, in dem sie sich bestmöglich entfalten können. Der Slogan “Manage the system, not the people” wird umgesetzt. Das Arbeitsumfeld definiert sich in diesem Fall sehr weit, man löst sich von einer stringenten Arbeitsteilung. Das Arbeitsumfeld kann durch drei Faktoren beschrieben werden: die Rahmenbedingungen, die Form der Zusammenarbeit und die Ansicht über die Mitarbeitenden.

Diese Form der Unternehmensorganisation ist ein Merkmal des digitalen Zeitalters, bzw. ein Phänotyp der digitalen Transformation. Heutzutage werden (digitale) Produkte anders entwickelt. Dies ist eine Anpassung an das wesentlich komplexere Umfeld, indem diese Produkte zum Tragen kommen. Menschen, in dem Fall dem Kunden, wird eine viel größere Bedeutung zugeschrieben. Der WOW-Effekt eines Produktes entsteht nicht mehr, weil ein Ingenieur etwas „Fanciges“ erfunden hat oder es geschafft hat, um ein Produktfeature effizienter zu machen. Nein, ein WOW-Effekt entsteht heute, weil ein Schmerzpunkt bei einem Kunden so gelöst wurde, dass die Lösung sich nahtlos in einen vorhandenen Prozess beim Kunden eingliedert, sodass sogar der Gedanke an den Schmerzpunkt verloren geht.

Management 4.0

All die Aufgaben, die zuvor durch eine Organisationsstruktur und das Management abgedeckt wurden, müssen die Beteiligten jetzt selbst in die Hand nehmen:

· Strategische Ausrichtung

· Erfolgserreichung und -messung (Zweck oder Monetär)

· Arbeitsteilung und -organisation

· Persönliche Entwicklung

Abschluss

Ganz klar zu erkennen ist, dass sich Management 1.0 und 2.0 sehr gut für große Unternehmen und Konzerne eignen und Mitarbeitenden durch klare Strukturen und einer Zielrichtung viel Sicherheit geben.

Management 3.0 und 4.0 werden durch die Mitarbeitenden zum Leben erweckt. Das bringt eine Menge Flexibilität mit sich, die vor allem in der digitalen Produktentwicklung hilfreich ist, um in einem komplexen Umfeld agil agieren zu können. Die Herausforderung liegt in den Ansprüchen, die an die Kompetenz der Mitarbeitenden gestellt werden. Sie müssen nicht nur Experten in einem Fachgebiet sein, sondern auch sehr gut im Bereich Softskills ausgebildet sein.

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Organisationsberaterin für New Work und Systemischer Coach

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